Was bedeutet
SPF?
SPF ist eine Abkürzung für Sun Protection Factor, auf Deutsch Lichtschutzfaktor (LSF). Er beschreibt, wie gut ein Sonnenschutzmittel die Haut vor UVB-Strahlung schützt – also vor der Strahlung, die hauptsächlich für Sonnenbrand verantwortlich ist.
Doch Sonnenschutz ist mehr als nur eine Zahl auf einer Verpackung. Die Sonne sendet verschiedene Arten von Strahlung aus, die unsere Haut beeinflussen können. Deshalb ist es wichtig, nicht nur auf den SPF zu achten, sondern auf einen Breitbandschutz, der sowohl UVB- als auch UVA-Strahlung abdeckt.
Ob Sonnencreme, Sonnenfluid, Sun Stick oder Sonnenessenz: Ein guter Sonnenschutz gehört zu jeder Hautpflegeroutine – und zwar nicht nur im Hochsommer.
1. Was ist SPF?
Der SPF oder LSF gibt an, wie gut ein Sonnenschutzmittel die Haut vor UVB-Strahlung schützt.
UVB-Strahlen sind vor allem für Sonnenbrand verantwortlich und können die Hautzellen schädigen. Ein höherer SPF bedeutet einen höheren Schutz vor UVB-Strahlung.
Die bekanntesten SPF-Stufen sind:
Wichtig: SPF 50 bedeutet nicht, dass man 50-mal länger in der Sonne bleiben kann. Der SPF ist kein direkter Zeitmesser.
Ein SPF 30 filtert unter idealen Testbedingungen etwa 97 % der UVB-Strahlung, während SPF 50 etwa 98 % filtert. Der Unterschied wirkt auf den ersten Blick klein, kann bei regelmässiger und intensiver Sonnenexposition jedoch relevant sein.
2. Wer braucht SPF?
Jede Person.
Unabhängig von Alter, Geschlecht oder Hauttyp kann UV-Strahlung die Haut beeinflussen. Besonders wichtig ist täglicher Sonnenschutz für Menschen, die:
Auch dunklere Hauttypen profitieren von täglichem Sonnenschutz. Melanin bietet zwar einen gewissen natürlichen Schutz, verhindert aber nicht vollständig die Auswirkungen von UV-Strahlung.
3. Wann sollte man SPF verwenden?
Am besten jeden Morgen als letzten Schritt der Hautpflegeroutine.
Eine einfache Reihenfolge kann so aussehen:
Reinigung → Toner → Essence → Serum → Creme → Sonnenschutz
Der Sonnenschutz kommt am Morgen ganz zum Schluss der Skincare-Routine – vor Make-up.
Besonders wichtig ist SPF, wenn du dich draussen aufhältst, zum Beispiel:
Aber auch an bewölkten Tagen sollte Sonnenschutz nicht vergessen werden. UV-Strahlung kann auch dann die Haut erreichen, wenn die Sonne nicht sichtbar scheint.
Und wann muss SPF erneut aufgetragen werden?
Die Schutzwirkung kann im Laufe des Tages durch Schweiss, Wasser, Reibung und Abwischen nachlassen. Deshalb sollte Sonnenschutz bei längerer Zeit im Freien regelmässig erneuert werden.
Besonders wichtig ist das nach:
4. Wo wirkt SPF?
SPF wirkt dort, wo das Sonnenschutzmittel aufgetragen wurde – also auf der Haut.
Besonders häufig vergessen werden:
Auch die Lippen können durch UV-Strahlung geschädigt werden. Ein Lippenpflegeprodukt mit UV-Schutz kann deshalb eine sinnvolle Ergänzung sein.
5. Warum ist SPF wichtig?
Sonnenschutz ist einer der wichtigsten Schritte, um die Haut vor den Auswirkungen von UV-Strahlung zu schützen.
UV-Strahlung kann unter anderem beitragen zu:
Deshalb wird Sonnenschutz häufig als einer der wichtigsten Schritte einer Anti-Aging-Hautpflegeroutine bezeichnet.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Wenn du gezielt gegen Pigmentflecken oder einen ungleichmässigen Hautton arbeitest, kann täglicher Sonnenschutz helfen, das erneute Auftreten oder die Verstärkung von Hyperpigmentierung zu reduzieren.
6. Wie funktioniert SPF?
Sonnenschutzmittel können UV-Strahlung auf unterschiedliche Weise abschwächen.
Grundsätzlich unterscheidet man zwischen:
Mineralischem Sonnenschutz
Mineralische UV-Filter, auch anorganische UV-Filter genannt, wirken hauptsächlich an der Hautoberfläche und helfen dabei, UV-Strahlung zu reflektieren und zu streuen.
Typische mineralische UV-Filter sind:
Mineralische Sonnenschutzmittel werden häufig als angenehm für empfindliche Haut empfunden, können je nach Formulierung jedoch einen weissen Film auf der Haut hinterlassen.
Chemischem Sonnenschutz
Chemische UV-Filter werden auch als organische UV-Filter bezeichnet. Sie absorbieren UV-Strahlung und wandeln sie in eine andere, weniger schädliche Form von Energie um.
Moderne Sonnenschutzmittel enthalten häufig verschiedene UV-Filter, um einen möglichst umfassenden Schutz zu erreichen.
Wichtig: Die Begriffe „chemisch“ und „organisch“ können hier verwirrend sein. In der Kosmetik bedeutet „organischer UV-Filter“ nicht automatisch, dass das Produkt biologisch oder „organic“ im Sinne von Naturkosmetik ist. Es handelt sich um eine chemische Bezeichnung für die Struktur des Filters.
SPF, UVA und UVB: Was ist der Unterschied?
Die Sonne sendet verschiedene Arten von UV-Strahlung aus. Für Sonnenschutz sind vor allem UVA und UVB relevant.
UVB
UVB-Strahlen sind vor allem für Sonnenbrand verantwortlich. Sie können die DNA der Hautzellen schädigen und spielen eine wichtige Rolle bei der Entstehung von Hautkrebs.
UVA
UVA-Strahlen dringen tiefer in die Haut ein und werden besonders mit vorzeitiger Hautalterung und Pigmentveränderungen in Verbindung gebracht.
Sie können ausserdem einen grossen Teil der UV-Strahlung ausmachen, der die Erdoberfläche erreicht.
Deshalb gilt:
Ein Sonnenschutz sollte idealerweise einen Breitbandschutz gegen UVA und UVB bieten.
Ein hoher SPF allein sagt hauptsächlich etwas über den UVB-Schutz aus. Für einen umfassenden Schutz solltest du deshalb auch auf eine ausgewiesene UVA-Abdeckung achten.
SPF 30 oder SPF 50 – welchen soll ich wählen?
Die Wahl hängt von verschiedenen Faktoren ab.
SPF 30 kann für den Alltag ausreichend sein, wenn der Sonnenschutz korrekt und grosszügig aufgetragen wird.
SPF 50 oder 50+ ist besonders sinnvoll bei:
Ein höherer SPF bedeutet jedoch nicht automatisch, dass man den Sonnenschutz seltener auftragen muss.
Wie viel Sonnenschutz sollte man verwenden?
Einer der häufigsten Fehler bei SPF ist, zu wenig Produkt aufzutragen.
Wenn nur eine sehr dünne Schicht aufgetragen wird, erreicht das Produkt möglicherweise nicht den Schutz, der auf der Verpackung angegeben ist.
Als praktische Orientierung für das Gesicht wird häufig die sogenannte Zwei-Finger-Regel verwendet: Eine ausreichende Menge Sonnenschutz wird entlang der Länge von zwei Fingern aufgetragen. Je nach Produkttextur und Grösse des Gesichts kann die benötigte Menge jedoch variieren.
Vergiss dabei nicht:
Gesicht ≠ Gesicht und Hals.
Wenn du auch Hals und Dekolleté schützen möchtest, benötigst du entsprechend mehr Produkt.
Interessante Fakten und Kuriositäten über SPF
Wusstest du, dass SPF keine Zeitangabe ist?
SPF 30 bedeutet nicht, dass du 30-mal länger in der Sonne bleiben kannst als ohne Sonnenschutz. Der tatsächliche Schutz hängt unter anderem von der aufgetragenen Menge, der Intensität der UV-Strahlung und davon ab, ob der Sonnenschutz durch Schweiss oder Wasser entfernt wurde.
SPF 50 ist nicht doppelt so stark wie SPF 25
Die SPF-Zahl steigt nicht linear mit der Schutzwirkung. Der Unterschied zwischen SPF 30 und SPF 50 ist deshalb deutlich kleiner, als die Zahlen vermuten lassen.
„Wasserfest“ bedeutet nicht unzerstörbar
Auch wasserresistenter Sonnenschutz kann durch Schwimmen, Schwitzen oder Abtrocknen an Schutzwirkung verlieren. Deshalb sollte er nach diesen Aktivitäten erneut aufgetragen werden.
Sonnenschutz ist nicht nur für den Strand
Viele Menschen denken bei SPF automatisch an Urlaub und Sommer. UV-Strahlung begleitet uns jedoch auch im Alltag – beim Spazierengehen, auf dem Weg zur Arbeit oder beim Sitzen im Freien.
Der beste Sonnenschutz ist der, den du gerne verwendest
Eine Sonnencreme kann den höchsten SPF haben – wenn du sie wegen einer klebrigen Textur, eines weissen Films oder eines unangenehmen Geruchs nicht regelmässig verwendest, bringt sie dir wenig.
Deshalb spielen neben dem SPF auch Textur, Finish und Hautgefühl eine wichtige Rolle.
Der wichtigste SPF-Tipp zum Schluss
Sonnenschutz muss nicht kompliziert sein.
Wähle einen Sonnenschutz mit einem hohen SPF und möglichst umfassendem UVA- und UVB-Schutz. Trage ihn morgens grosszügig auf alle unbedeckten Hautpartien auf und erneuere ihn bei längerer Sonnenexposition sowie nach Schwimmen, starkem Schwitzen oder Abtrocknen.
Und denke daran:
Sonnenschutz ist kein saisonaler Schritt. Er ist ein täglicher Teil einer guten Hautpflegeroutine.
Ob leichte Sonnenessenz, cremige Sonnenmilch, mineralischer SPF oder praktischer Sun Stick – entscheidend ist, dass du einen Sonnenschutz findest, der zu deiner Haut und deinem Alltag passt.
Kurz zusammengefasst
Was? SPF steht für Sun Protection Factor und beschreibt vor allem den Schutz vor UVB-Strahlung.
Wer? Grundsätzlich jeder, der seine Haut vor UV-Strahlung schützen möchte.
Wann? Morgens und bei längerer Sonnenexposition regelmässig erneut.
Wo? Auf allen unbedeckten Hautpartien – nicht nur im Gesicht.
Warum? Um die Haut vor Sonnenbrand und UV-bedingten Hautschäden zu schützen und vorzeitiger Hautalterung entgegenzuwirken.
Wie? Durch die Verwendung eines geeigneten Sonnenschutzmittels mit ausreichendem SPF und umfassendem UVA-/UVB-Schutz.